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Projekt des Monats Februar 2010

Rathaus Kerpen heizt mit Pellets

Pellets und Nahwärmeverbund machen's möglich: Die Stadt Kerpen spart jährlich 36.000 Euro Energie- und Wartungskosten durch die neue Heizungsanlage für das Rathaus und die Jahnhalle.

Nahwärmeleitung

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Nahwärmeleitung

Der Wärmemarkt gilt als "schlafender Riese" des Klimaschutzes. Heizungserneuerung und Fassadendämmung ermöglichen erhebliche Einsparungen an Brennstoffen und Treibhausgasen. Städte und Gemeinden haben im Rahmen des Klimaschutzes eine wesentliche Bedeutung. Gleichzeitig können Kommunen durch die Reduzierung von Betriebskosten ihres Gebäudebestandes, direkte Einspareffekte für den kommunalen Haushalt erzielen. Auch die Stadt Kerpen bezog verschiedene Heizungssysteme in ihre Planungen ein, als die Heizung des Rathauses erneuert werden musste. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene energiewirtschaftliche Studie analysierte im Jahr 2008 verschiedene Wärmekonzepte für das Rathaus. Ergebnis: Ein Nahwärmeverbund, der Rathaus und angrenzende Merzweckhalle gemeinsam versorgt, bietet große Einsparpotenziale. Bisher beheizten drei Gaskessel mit insgesamt 1.200 KW Leistung die knapp 10.000 m² Nutzfläche. Die benachbarte Jahnhalle wurde mit einem 300 KW Gaskessel geheizt. Heute sind beide Gebäude über eine Nahwärmeleitung heizungstechnisch miteinander verbunden. Die Grundlast des Wärmebedarfs wird von einem 500 KW Pelletkessel, der im Keller des Rathauses aufgestellt wurde, gedeckt. Wird kurzfristig mehr Wärme benötigt, unterstützt ein neuer 300 KW Gaskessel, in der Veranstaltungshalle den Pelletkessel.

Leitungen

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Leitungen

Im Juli 2009 wurde mit der Demontage der bestehenden Heizungsanlagen begonnen. Im September erfolgte die Lieferung des Pelletkessels. Pünktlich vor der Heizsaison waren alle notwendigen Arbeiten abgeschlossen. Die Pellets werden in einem Pellettank gelagert, der zum größten Teil unterirdisch liegt. Der nach oben hin sichtbare Teil wird im nächsten Jahr mit Schlingpflanzen begrünt, sodass der Tank, eingebettet in die Grünanlage vorm Bürgerbüro, sich gut ins Gesamtbild einfügt.

Der neue Wärmeverbund spart der Stadt jährlich 36.000 Euro Energie- und Wartungskosten und vermeidet knapp 130 Tonnen Kohlenstoffdioxid gegenüber dem alten Heizsystem.

Gebäudedaten und IST-Verbräuche der Altanlage:

Rathaus Kerpen:
Baujahr 1981-1983
Nutzfläche:  9.360 m²
Altanlage bis 2009: 3  Heizkessel auf Gasbasis, Baujahr 1981 insgesamt 2 mal 580 und einmal 49 KW Leistung -> gesamt: 1.209 KW

Jahnhalle (Mehrzweckhalle):
Fertigstellung: 1971 (Kessel 1989 erneuert!)
Nutzfläche: 1.514 m²
Altanlage bis 2009: 1 Heizkessel auf Gasbasis, Baujahr 1989, Leistung: 300 KW

  Rathaus   Jahnhalle   Gesamt
             
Durchschnittliche Istverbräuche der Jahre 2005 -2008 in kWh   761.300   220.500   981.800
             
nach Modernisierung zu erwartende Verbräuche in kWh   708.009   205.065   913.074
             
Ist-Energieverbrauchs- und Wartungskostenkosten/Jahr in € (Basis: 2008)   71.000   25.000   96.000
             
Ist CO2-Produktion in t/a   160   40   200

Es wurde im Vorfeld in 2008  eine energiewirtschaftliche Studie beauftragt, mit der zugleich der Forderung der Energiesparverordnung entsprochen wurde, in Gebäuden mit mehr als 1000m ² Grundfläche den Einsatz regenerativer Energien zu prüfen. Nach Gegenüberstellung mehrerer aufgezeigter Varianten , wie z. B. Gaskessel in Verbindung mit Hackschnitzelanlage, BHKW oder auch Gaskessel mit solarunterstützer Heizung, wurde die Variante Gaskessel in Verbindung mit Pelletkessel und solarunterstützter Warmwasserbereitung favorisiert .

Kessel am Kran

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Kessel am Kran

Gleichzeitig wurde geprüft, ob es sinnvoll ist, die benachbarte Jahnhalle mit einzubinden, obwohl diese von der Bausubstanz wesentlich jünger, aber auch bereits 21 Jahre alt ist. Die Studie wurde um diesen Part erweitert mit dem Ergebnis, dass sich durch den Zusammenschluß beider Objekte zu einer zentralgesteuerten Heizungsanlage nochmal beträchtliche Einsparungen erzielen lassen.
 

Anbau Pelletlager

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Anbau Pelletlager

Die neue Lösung
Es wurde entschieden,  im Rathaus einen 500 KW Pelletkessel und in der Jahnhalle einen 300 KW Gaskessel aufzustellen. Beide Objekte sind über einen unterirdischen Wärmetransfer heizungstechnisch miteinander verbunden, wobei auf Grund der billigeren Brennstoffkosten immer der Pelletkessel vorrangig in Betrieb gehen wird. Lediglich in Spitzenlastzeiten wird der Gaskessel zugeschaltet. Beide Objekte können sowohl von der Pellet-als auch von der Gaskesselanlage beheizt werden. Zum Einsatz kommt ein BUDERUS-Brennwertkessel Kessel GB 312 als Gaskessel und als Pelletkessel ein Heizkessel RRK 500 der Fa. BINDER.

Blick durch Wandloch

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Blick durch Wandloch

Für die Warmwasserbereitung werden zusätzlich 10m² Hochleistungskollektoren auf dem Dach des Rathauses aufgestellt. Die Pellets werden in einem zum größten Teil unterirdischen Pellettank gelagert. Der Tank wurde in Eigenfertigung der im Ort ansässigen Fa. Neesen, die nach öffentlicher Ausschreibung mit der Errichtung des Tanks und den Schachtarbeiten beauftragt wurde, errichtet.

Der nach oben hin sichtbare Teil wird im nächsten Jahr mit Schlingpflanzen begrünt, sodass der Tank, eingebettet in die Grünanlage vorm Bürgerbüro, sich gut ins Gesamtbild einfügt.

Die Förderschnecke verläuft auf dem Boden des Pelletlagers und führt , geradlinig über den Boden der angrenzenden Lüfterzentrale bis hin zum Kessel.
Der Schneckenantrieb befindet sich innerhalb der Lüfterzentrale und ist daher jederzeit zugänglich. Die  planerische Leistung oblag dem Ingenieurbüro Hornen, Schmitt& Schnell mit Sitz in Daun, Köln, Bergheim und Hennef.

Wandbohrung

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Wandbohrung

Die Heizunginstallation wurden nach öffentlicher Ausschreibung an die Fa. Kaltenberg&Mehmedagic aus Elsdorf vergeben. Am 08.07.09 wurde mit den Demontagearbeiten begonnen. Durch einen zügigen Bauablauf konnte bereits Mitte September eine Probeheizung -zunächst über den Gaskessel in der Jahnhalle-erfolgen. Von da an befand sich die Anlage in einem betriebsbereiten Zustand, wenngleich die Temperaturen eine Beheizung der beiden Objekte erst im Oktober  erforderlich machten.
Einem etwaigen Kälteeinbruch jedoch wären wir jedoch bereits früher gewappnet gewesen.

Einsparungen
Durch Kombination der Heizanlagen beider Objekte lassen sich sowohl die Brennstoff- und Wartungkosten als auch die Co2 Emmission wie folgt reduzieren:

  Rathaus   Jahnhalle   IST gesamt   Vor. IST gesamt   Mögl. Einsparung
                     
Energieverbrauchs- und Wartungskostenkosten/Jahr in €   71.000   25.000   96.000   59.700   36.300
                     
Ist CO2-Produktion in t/a   160   40   200   73   127

Inbetriebnahme

Die Erstlieferung der Pellets und damit die Inbetriebnahme der Anlage erfolgt am 16.10.09.

Fördermöglichkeiten
Die Gesamtinvestitionssumme beträgt 533.000 € incl. Planungsleistungen. Für 200.000 € erhält die Stadt Kerpen ein zinsgünstiges Darlehen über die KfW zu 2,8% mit einer Zinsbindung bis 10 Jahren.

Über 10.000 € gibt es einen Tilgungszuschuss. Dies entspricht einer Förderung in  Höhe von 20 €/KW für den Pelletkessel.

 
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